Wenn ich faste, dann faste ich!

Viele reden heute vom Fasten, vor allem, wie gesund es wäre, wie viele Kilos man zu viel hätte, was man sich eigentlich alles vornehmen könnte – und dann bewegt sich doch wieder nichts. Zu dominant ist die Gewohnheit, zu dicht der Kalender und zu stark die berufliche Beanspruchung. Und dann kommt noch die neueste Expertenmeinung dazu, etwa, dass das Fleisch doch nicht so ungesund ist, und schon ist auch der letzte Vorsatz dahin oder es bleiben nur ein paar Alibiaktionen über.

Christliches Fasten war und ist immer mehr, es ist ein Üben für Körper, Geist und Seele, Solidarität mit den Armen und in alledem ein Zugehen auf Ostern. Oft genügen dazu nur wenige Vorsätze, die aber dafür wirklich durchzuhalten sind. Eine Hilfe dabei ist es, ein konkretes Vorhaben zu formulieren, es aufzuschreiben und dann nach 40 Tagen die Umsetzung zu kontrollieren. Die hl. Teresa von Avila sagt es kurz und bündig: „Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn, wenn Fasten, dann Fasten“. Also: Wenn, dann gescheit. Und: Alles zu seiner Zeit. 

Aus Teresas Zitatenschatz stammt noch ein zweiter inspirierender Satz, der einen weiteren Schritt des Fastens beschreibt: Tu deinem Leib Gutes, damit die Seele Freude hat darin zu wohnen. Es ist für den Leib etwas Gutes zu verzichten, um das rechte Maß wieder zu finden und aus dem Kreislauf der Gier auszubrechen. Zudem wird alles, was zu selbstverständlich und gewohnt ist, Quelle zur Unzufriedenheit. Und in einem unzufriedenen Menschen hat die Seele keine Lust zu wohnen, sie geht in der bequemen Sattheit oder der Gier nach immer Neuem unter.

Apropos Seele: Ohne Nahrung für die Seele bleibt Fasten einseitig und unvollständig. In diese Zeit gehören auch fixe Momente des Gebetes. Das lässt immer wieder fragen: Wo und wann bete ich eigentlich? Und welche Worte oder Gesten helfen mir dabei? Ist da etwas upzudaten? 

Und schließlich kann zur Seelennahrung auch ein gutes Buch eine geeignete Hilfe sein. Zur Fastenzeit passt etwa: Wie man (vielleicht) in den Himmel kommt (Clemens Sedmak/ Christian Resch), mit vielen geistreichen Dialogen und praktischen Anregungen.

In diesem Sinne: eine gesegnete Fastenzeit und ein freudiges Zugehen auf Ostern!

Abt Johannes Perkmann

Es kamen ein paar Suchende zu einem alten Meister. "Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"

Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein."

(Quelle unbekannt)