Weihnachtsbaum

Zur heurigen Weihnacht möchte ich Ihnen einen besonderen Text zum Nachdenken mitgeben, den wir in Michaelbeuern beim Familiengottesdienst zum 3. Advent gehört haben.

Er stammt von Christian Aigner, einem Autisten, der sich nur mit gestützter Kommunikation am PC mitteilen kann. Über den Weihnachtsbaum hat er folgende Geschichte geschrieben.

 

JEDER MENSCH BRAUCHT EINEN BAUM.

 

ICH KANN MIR VORSTELLEN DASS DIE WELT OHNE BÄUME WÄRE
WAS WÜRDE FEHLEN ? 

 

WIR HÄTTEN KEINE WÄLDER, KEINE OBSTGÄRTEN. KEINE NÜSSE UND WAS SONST NOCH AUF BÄUMEN WÄCHST.

KINDER WÜRDEN NICHT MEHR LERNEN AUF BÄUME ZU KLETTERN UND HUNDE WÜSSTEN NICHT WO SIE HINPINKELN KÖNNEN.

DIE GEGEND WÄRE LANGWEILIG UND DIE FARBEN DES FRÜHLING UND HERBST KÖNNTEN NICHT LEUCHTEN. 

LUFT WÜRDE SICH VERÄNDERN UND DADURCH MENSCHEN UND TIERE.

VERÄNDERUNG WÄRE  DADURCH NOTWENDIG.

 

ICH WOLLTE DAS NICHT UND HAB MIR GEDACHT, WIE GUT, DASS GOTT DIE NATUR SO GEMACHT HAT.

ER ZEIGT UNS DIE KUNST EIN BAUM ZU SEIN - UND ICH HAB EINE GESCHICHTE DAZU VON EINEM BESONDEREN BAUM UND WEIHNACHTEN.

 

JOSEF UND MARIA WAREN JA AUF DER SUCHE NACH EINEM SCHLAFPLATZ.

 

JETZT WAR KEIN WIRT DA DER SIE WOLLTE UND KEIN STALL UND NICHTS,
ABER EINE ALTE WEIDE, WO DIE BLÄTTER BIS ZUM BODEN REICHTEN.

 

ES SAH AUS DARUNTER WIE IN EINER KIRCHE, WEIL EIN RICHTIG GROSSER RAUM DA ENTSTANDEN IST, DER GANZ GRÜN UND SCHÖN WAR.

JOSEF HAT EINE KRIPPE AUS WEIDENZWEIGEN GEFLOCHTEN UND STATT STROH WAREN DA WEICHE, DUFTENDE BLÄTTER UND OCHS UND ESEL HÄTTEN AUCH PLATZ UND DIE ENGEL BRÄUCHTEN SICH NICHT SO PLAGEN BEIM SINGEN, WEIL DIE BLÄTTER AUCH MUSIK MACHEN.

 

DA WÄR DOCH WAS ANDERS GEWORDEN MIT MARIA, JOSEF UND DEM CHRISTKIND ?  -------- 

 

SOGAR DIE HIRTEN HÄTTEN ANDERS DREINGESCHAUT, WEIL NICHT DAS ARM SEIN SO RÜBERKAM, SONDERN, DIE SCHÖNHEIT UND DAS GLÜCK DER GEBURT, SICH VERÄNDERT HAT. 

DER BAUM IST LEBEN, WEIL ER WÄCHST UND DEN MENSCHEN SCHUTZ GEBEN KANN. 

ER IST STARK UND UNENDLICH ZART ZUGLEICH UND ER STEHT EINFACH DA UND IST.

 

SOLLTEN WIR MENSCHEN NICHT EINFACH AUCH NUR DA SEIN UND UNSEREN WEG GEHEN, VIELLEICHT IST DAS MEIN WEIHNACHTSWUNSCH FÜR UNS  ALLE. 

 

Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie die Botschaft von der Menschwerdung Gottes am heurigen Weihnachtsfest innerlich erreicht, dass Sie aus dem Vertrauen leben können, zur großen, erlösten Menschheitsfamilie zu gehören, für die der Gottessohn Mensch geworden ist!

Abt Johannes Perkmann OSB