November 2019

„5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ ist der Titel eines Buches der Australierin Bronnie Ware, die darin über ihre Erfahrungen mit Sterbenden berichtet. Sie hat als Pflegerin ihren Patienten lange zugehört und mitgeholfen, dass sie ihren letzten Weg in Würde gehen und Frieden finden können.
Und ihr sind 5 Dinge aufgefallen, die viele am Ende ihres Lebens bereuen:

  1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt zu leben, wie anders es von mir erwarteten
  2. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet
  3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt meinen Gefühle Ausdruck zu verleihen
  4. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten
  5. Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt

Für Ihre Patienten war es oft eine traurige, ja bittere Einsicht am Ende des Lebens, diese Haltungen nicht gelebt zu haben. Diese 5 Dinge der Sterbenden können positiv formuliert zu 5 Weisheiten für die Lebenden werden, damit Leben gelingt.
Und all das atmet Spiritualität, die es braucht, um diese Haltungen von innen heraus zu leben:

  • um draufzukommen, was meine Berufung, mein Wesen ist und um den Mut zu erhalten, danach zu leben
  • um die richtige Balance von actio und contemplatio, Arbeits- und Beziehungszeit zu finden
  • um ehrlich und mitfühlend zu bleiben
  • um sich für Freunde einzusetzen
  • um dankbar für die kleinen Freuden jedes Tages zu sein

Christliche Spiritualität weiß noch mehr: Es ist wichtig zum Leben zu stehen, wie es ist und das Seinige zu tun, dass es in eine gute Richtung geht. Noch wichtiger ist das Zulassen der Befreiung von der Last, alles selber machen, können, wissen, lesen und umsetzen zu müssen.  Das Wesentliche wird geschenkt, was offenbleibt wird vollendet und heil gemacht. Selig, wer auf ein solchen Gott vertrauen kann!

Abt Johannes Perkmann OSB