Die zwei Wölfe

In einer indianischen Geschichte erzählt ein alter Mann seinem Enkel am Lagerfeuer, dass in ihm ein Kampf zwischen zwei Wölfen tobe. Der eine Wolf sei gut, der andere böse. Der böse Wolf sei gierig, zornig und arrogant,  der gute Wolf dagegen voller Mitgefühl, Bescheidenheit und Freude. Der Enkel fragt darauf seinen Großvater, welcher Wolf denn nun den Kampf gewinne? Der Alte antwortet ihm: „Der, den ich füttere.“

- Die Fastenzeit ist ein willkommener Anlass nicht nur zu prüfen, was wir alles in uns hineinfuttern, sondern auch wen wir in uns füttern. Überdecke ich mit meinem Konsum tieferliegende Bedürfnisse? Wo und wann füttere ich den „bösen Wolf“ (die destruktiven  Gedanken und negativen Haltungen) in mir? Welche Gedanken erfüllen mich und werden bestimmend für mein Handeln?

Ein wenig Abstand zu den Dingen, ein bisschen mehr Ruhe zum Nachdenken, bewusste Zeiten des Betens und des Lesens können sehr hilfreich sein, die wertvolle Seite in uns zu entwickeln und zu nähren.

Geschichte zitiert nach Uwe Böschemeyer "Warum nicht. Über die Möglichkeit des Unmöglichen", Salzburg 2014