Das größte Geschenk

Es gibt wohl kaum eine andere Zeit im Jahr, in der so viel vom Schenken Rede ist, als die Adventszeit. Weihnachten und Geschenke gehören zusammen und wohl alle sind in der Zeit davor mehr oder weniger mit dem Suchen nach passenden Gaben für liebe Menschen beschäftigt. Dabei ist es gar nicht immer so leicht etwas Passendes zu finden, aber wenn es gelingt, ist es eine Freude für beide Seiten– die Schenkenden und die Beschenkten.
Was zeichnet ein gutes Geschenk aus? Auf jeden Fall gehört ein Hineinfühlen dazu, was den anderen Freude macht, vielleicht dazu ein Moment der Überraschung und eine originelle Verpackung. Jeder und jede wird sich wohl an so manches Geschenk erinnern, das wirklich Freude gemacht hat und sogar Jahre später noch erfreut. So eine Gabe kann immer wieder hervorgeholt werden, sie erinnert an den, der sie geschenkt hat und an so manche gemeinsame Zeit und Erlebnisse. Vielleicht ist im Advent einmal Zeit, die wertvollen Geschenke wieder zu betrachten und sich dankbar an die Schenkenden zurück zu erinnern.
Ein Spruch von Joachim Ringelnatz erinnert an die Bedeutung des Schenkens, wenn es heißt:

Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.


Zu Weihnachten feiern wir, dass Gott uns sehr viel schenkt: nicht nur das Wunder des Lebens, Sinn, Begleitung auf unserem Lebensweg, die Wunder der Begegnung … sondern vor allem sich selber! Erfahrbar wird das in Jesus Christus, der uns das große Vertrauen in Gott, Heil und Halt im Leben  schenkt. Wenn uns das in so manchem stillen Moment in der Adventzeit aufleuchtet und erfüllt, dann wachsen auch heuer wieder unsere Hoffnung und unser Gottvertrauen.

Abt Johannes Perkmann OSB