Dieses Biest kann schwimmen!

Der für seine deutliche Sprache bekannte Martin Luther hat in seinem Kleinen Katechismus die Wirkungen der Taufe behandelt und gut biblisch vom Untertauchen des alten Menschen und vom Auftauchen des neuen Menschen gesprochen. Der alte Adam mit alle seinen Fehlern und Sünden wird „ersäuft“, heraus kommt der neue Mensch – voller Hoffnung und Vertrauen, gerechtfertigt und wie neugeboren. 

Doch geht das so leicht? Luther sagt dazu einmal: „Der alte Adam in uns soll ersäuft werden. Nimm dich aber in Acht, das Biest kann schwimmen!“

Es ist eine Lebenserfahrung, dass der „alte Adam“ (die schlechten Gewohnheiten, die destruktiven Haltungen, das Misstrauen gegenüber Gott....) immer wieder auftaucht, trotz aller guten Vorsätze und Erfahrungen.

Die Fastenzeit ermuntert, trotzdem immer wieder neu anzusetzen, einen neuen Versuch zu starten, um so manch destruktive Gewohnheiten zu ändern und den Glauben zu vertiefen. Es kommt dabei nicht in erster Linie auf unsere Leistung an, sondern darauf, sich Zeit zu nehmen, um das Wesentliche in uns wirken zu lassen – durch ein Gebet, ein stilles Nachdenken oder Lesen. Fasten ist kein Facelifting oder eine oberflächliche Schminke, sondern hat mit einer inneren, seelischen Erneuerung zu tun. In der Osternacht, dem Ziel der Fastenzeit, erneuern wir unsere Taufe. Das kann etwa mit folgenden Worten geschehen:

V: Widersagt Ihr dem Bösen in der Welt und der Versuchung, Euer Leben ohne Gott leben zu wollen?
A: Ich widersage.

Glaubt ihr an einen liebenden Schöpfer-Gott, der sich wie ein guter Vater und eine gute Mutter um jeden Menschen sorgt und dem ihr vertrauen könnt wie keinem Menschen?
A: Ich glaube.

Glaubt ihr an seinen Sohn Jesus Christus, der Mensch wurde wie wir, der durch sein Leben uns ein Beispiel gegeben hat, der gestorben ist und in seiner Auferstehung den Tod überwunden hat?
A: Ich glaube.

Glaubt ihr an den Heiligen Geist, die göttliche Kraft zur Liebe in jedem Menschen, glaubt ihr in der Gemeinschaft der Kirche, die sein Evangelium verkündet und zu leben sucht?
A: Ich glaube.

Kann ich das so unterschreiben? Was verbinde ich damit? Wie wirkt sich das in meinem Leben aus?

Eine gesegnete Zeit der Erneuerung und Vertiefung wünscht

Abt Johannes 

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